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Marie Pohl: Maries Reise

(lme) Wer sich mal so richtig alt fühlen möchte, der lese Marie Pohls Buch über ihre kleine Weltreise im Alter von 20 Jahren. Die Autorin besucht in 9 Monaten acht Städte der Welt, um dort, wie sie selbst sagt, die interessantesten Personen ihrer Generation kennen zu lernen und herauszufinden, wie sie sich ihr Leben vorstellen.

Schon die Auswahl der Städte (Berlin, Havanna, Buenos Aires, San Francisco, Hanoi, Jerusalem, Tbilissi und Helsinki) hätte Hinweis genug sein müssen, dass es sich hierbei nicht um ein Werk Literatur handeln kann, das uns auf irgendeine Weise weiter bringt. Völlig subjektiv und auf keiner Ebene interessant, beschreibt Pohl ihre Treffen mit Jugendlichen aus jeder Stadt. Dabei lernt sie nicht nur die unterschiedlichen Trink- und Drogengewohnheiten der Länder kennen, sondern findet auch in jeder Stadt, so scheint es, einen anderen Partner.

Man muss sich fragen: Ist das cool? Und: Wenn das cool ist, will man dann cool sein? Und wie denkt die im Jahr 2013 34 Jährige Pohl über die Gefahren in die sie sich damals gebracht hat, heute?

Zugegebenermaßen, zu einer Erkenntnis brachte mich das Buch dann doch: Aus dem Alter diese Aktionen gut oder richtig zu finden und sich vorhalten zu lassen, dass die hier beschriebenen Menschen interessanter wären als andere, nur weil sie Unsinn machen,-  aus dem Alter sind wir zum Glück raus. Und gut geschrieben ist es leider auch nicht.

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Daphne du Maurier: Mein Cornwall. Schönheit und Geheimnis

(lme) Das ununterbrochene Dröhnen des Wassers ist gleichgeblieben, ebenso wie der Sturz des Schaums in das Meer, ebenso die schlüpfrige Oberfläche der Felsen, die, ob Winter, ob Sommer, nie trocknet.“

Als du Maurier das Buch, „eines der bedeutendsten Werke der Reiseliteratur“, 1966 verfasst, scheint Cornwall noch in einer Art Schlaf zu liegen. Sie beschreibt die Vergangenheit des englischen Landstriches in dem schon König Artus und Tristan und Isolde gelebt haben sollen und schafft es dabei, die Natur und die Menschen real darzustellen.

Zu empfehlen ist dieses Buch aber hauptsächlich in Verbindung mit einem tatsächlichen Besuch der englischen Südwestküste. Denn dieses Paradies auf Erden lässt sich nur schwer in Worte fassen.