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Franz Kafka: Der Proceß

(lme) Kafka beschreibt in seinem posthum veröffentlichten Romanfragment die Unmöglichkeit des Seins und die Frage, ob man sich seinem Schicksal ergeben muss. Die Hauptfigur Josef K. wird eines morgens ohne sich einer Schuld bewusst zu sein, verhaftet. Außer dieser Gewissheit ändert sich aber für K. nichts. Dennoch – mit der Angst zu leben, dass das Leben, so wie er es kennt, jeden Moment vorbei sein könnte, lässt ihn in seinen Handlungen gefrieren. Der anstehende Prozess übernimmt die Führung. Urteil und Prozess bleiben für den Leser und auch für den Protagonisten im Verborgenen. Der Roman endet damit, dass K. abgeholt wird und von zwei Männern in einem Steinbruch erstochen wird.

Der Literaturwissenschaftler Rainer Stach vermerkt zu Kafkas Roman: „Finsternis wohin man blickt“, und tatsächlich bleibt der Leser mit einem typisch kafkaesken Gefühl zurück. Kafka schafft es, dass man selbst an seiner Freiheit zu zweifeln beginnt. Ein grandioses Buch von einem meisterhaften Erzähler und Kenner der menschlichen Psyche und Ängste.

Ich kann Kafka ausnahmslos jedem empfehlen, vor allem auch denjenigen, die sonst vor Klassikern zurückschrecken. Weltliteratur der besonderen Sorte!