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Eugene McCabe: Schwestern


Schwestern
(lme) Die in der deutschen Übersetzung im Steidl Verlag erschienene Novelle „Schwestern“ des Iren McCabe behandelt das Schicksal zweier ungleicher Schwestern, die in den 1950er Jahren aufwachsen. Beide sind recht unterschiedlich, die eine wird zur vergebungsoffenen Nonne, die andere alleinerziehende Arbeiterin, die ihrer Tochter Vater und Mutter sein muss.

Die Geschichte der beiden kreuzt im Erwachsenenalter wieder, als Carmel aus dem Kloster flieht und bei ihrer Schwester Tricia einzieht. Die unterschiedlichen Ansichten der beiden prallen aufeinander und dennoch bleibt bis zur letzten Seite des Werkes klar, dass sie als Schwestern für immer verbunden sind. Kein Meisterwerk, aber ein gutes Buch.

Colm Tóibín – Brooklyn (as)

November/2011, Nummer 29 im Buchclub

Erscheinungsdatum: 2009

Genre: Roman

Sprache: englisch

Format: Taschenbuch

1. Warum dieses Buch?

Eine hochgelobte Geschichte über den Weg einer jungen Frau in der Fremde, die Entdeckung eines mir noch unbekannten Autors, warum nicht?

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Packend und unterhaltsam zu sein.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Eine junge irische Frau in den 1950iger Jahren wird von ihrer Familie in die Vereinigten Staaten, nach Brooklyn, geschickt, um sich eine bessere Zukunft aufbauen zu können. Nach einer schweren Eingewöhnungszeit, findet Eilis Gefallen an ihrem neuen Leben und an einem Mann bis ein tragisches Ereignis ihre Zugehörigkeit nach Irland oder Brooklyn in Frage stellt.

4. Was hälst Du vom Plot?

Eigentlich eine gute Geschichte, doch das Ende scheint irgendwie als hätte der Autor keine Lust gehabt im selben relativ langsamen Rhythmus weiterzuerzählen und dann einfach das Ende herbeigeführt.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

In Ordnung. Eine Einführung in Eilis‘ Familie. Die Rolle Mrs Kelleys bleibt etwas unklar für die Handlung. Zum Schluss wird sie entscheidend, wenn auch nicht ganz überzeugend als Charakter sein.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Wie schon gesagt, etwas abgeschnitten. Für Eilis bedeutet dieses Ende eine Regression von der selbstbestimmten Frau zu einem Opfer der Umstände und der Entscheidung anderer.

7. Zentrale Themen?

Ferne, Heimat, Liebe, Arbeit, Erwachsenwerden

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Es sind Ansätze zu interessanten Charakteren vorhanden, aber sie gehen nicht in die Tiefe. Wir möchten Rose, Father Flood, Mrs Kehoe und alle anderen gerne besser verstehen. Die Hauptperson Eilis scheint etwas unnahbar.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Die Details über das Leben in Irland und in Brooklyn in den 50iger Jahren sind glaubwürdig gestaltet. Die Kulisse also ist überzeugend, nur die Akteure sind es weniger.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

In Ordnung, aber nichts Besonderes.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Kein Lieblingszitat. Quintessenz: Aus den Augen, aus dem Sinn…

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Evtl. anderen Geschichten irischer Einwanderer wie Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt (das allerdings weit besser ist)

13. Wie ließ sich dan Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Schneller Lesefluss: Vier Tage

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Etwa 6 Euro, das ist in Ordnung.

15. Stärken des Buches?

Ein Identifikationspotenzial für alle, die ins Ausland gehen und mit Heimweh und dem Willen, sich eine neue Heimat zu schaffen konfrontiert sind.

16. Schwächen des Buches?

Der Stil, die nicht überzeugenden und nicht sehr tiefen Charaktere, das Ende.

17. Besonderheit des Buches?

Keine.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

Eine leichte Sommerlektüre am Strand vielleicht. Aber das Ende ist nicht schön genug dafür.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ich kannte den Vornamen Eilis noch nicht.

Colm Toibin: Brooklyn (lme)

Oktober/2011, Nummer 29 im Buchclub (lme)

Erscheinungsdatum: 2009

Genre:Roman

Sprache: Englisch

Format: Taschenbuch

1. Warum dieses Buch?

„The most compelling and moving portrait of a young woman I have read in a long time“ Zoe Heller im Guardian. Der Richtigkeit dieser Aussage musste nachgegangen werden.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich erwartete eine ergreifende Geschichte, näheres über Irland und vor allem aber ein gut geschriebenes Porträt der Hauptfigur.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Die Irin Ellis muss ihr Land verlassen um in New York Arbeit zu finden. Unterstützt wird sie von ihrer gesamten Familie, die in Irland und England zurückbleibt. In der neuen Heimat angekommen, findet sie sich zunächst nur schwer ein, wird aber im Lauf der Handlung immer selbstständiger. Als sie nach einiger Zeit einen Italiener kennen- und lieben lernt, kommt sie vollständig in der Neuen Welt an. Doch die alte Heimat ruft sie, durch den Tod der älteren Schwester, zurück. Wieder in Irland möchte sie eigentlich nicht wieder nach New York reisen, wird dann aber von ihrer Mutter unterstützt, die sie zu ihrem amerikanisch-italienischen Ehemann zurücksendet.

4. Was hälst Du vom Plot?

Der Plot hat nur insofern gefallen, als dass er sehr realistisch geschrieben ist und  tatsächlich detailreiche Einblicke in das Leben der Protagonistin und die Zeit in der das Buch spielt gibt.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Ein wunderbar geschriebener Satz: „Eilis Lacey, sitting at the window of the upstairs living room in the house on Friary Street, noticed her sister walking briskly from work.“ Die Vorgeschichte allerdings hat meines Erachtens wenig Einfluss auf den Hauptpfad des Plots. Durchaus austauschbar.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Ja und nein. Es ist sicherlich ein gutes Ende, gefallen hat es mir allerdings nicht, da es meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Eilis stellt sich als eine sehr unselbstständige Frau heraus, die selbst auf den letzten Seiten noch von ihrer Mutter angeregt werden muss, zu ihrem Ehemann zurückzufahren.

7. Zentrale Themen?

Selbstständigkeit, Familie/Beziehung, Feminismus?, Rassismus?

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Die Beschreibung der Charaktere ist, wie Zoe Heller beschreibt, bewegend. Von ihnen lebt der Roman mehr, als von seiner Handlung. Die Identifikation mit der Hauptfigur bleibt allerdings aus.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Die Welt lebt auch wiederum von den Figuren, die in ihr leben. Details bleiben zu blass und könnten nicht allein stehen und verstanden werden.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Beides gut.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Das ist es, was mir fehlt. Ich finde keine Essenz, auf die sich das Buch beschränken ließe. Auch kein Satz bleibt mir im Gedächtnis. Brooklyn ist gelesen, es bleibt ein Gefühl, aber nicht mehr.

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Man könnte es perspektivisch mit Büchern Jane Austens vergleichen, die sich auch mit der Frau und ihrer gesellschaftlichen Rolle beschäftigen. Allerdings wird es nicht die selbe Berühmtheit erlangen können, wie Jane Austens Werke.

13. Wie ließ sich dan Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Das Buch ließ sich recht flüssig lesen.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Um die 5 Pfund. Ich hätte auch 7.99 Pfund ausgegeben.

15. Stärken des Buches?

Sprache und Beschreibung der Charaktere.

16. Schwächen des Buches?

Die Handlung.

17. Besonderheit des Buches?

Über Irland erfährt man so gut wie garnichts.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

Vorerst nicht.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Sicher nicht.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Nein.