Schlagwort-Archive: Feminismus

Das Buch Judith

(lme) Als kleines Bändchen der Insel-Bücherei hatte ich „Das Buch Judith“ im Sommer in einem englischen Antiquariat entdeckt. Und natürlich mitnehmen müssen, denn die Insel-Bücherei-Ausgaben sind immer eine Anlage wert. Mit drei Holzschnitten und altem Druck machte ich mich daran, die Geschichte der Witwe Judith und dem Oberbefehlshaber Holofernes zu ergründen.

Und endlich verstand ich Kunst- und Musikstücke besser, die sich auf diese Geschichte beziehen. Judith zieht unbewaffnet in das Lager des

insel buecherei

Feindes und enthauptet Holofernes mit seinem eigenen Schwert. Gelesen wird diese kurze Bibelepisode heute als Verurteilung des Krieges.

Auch heute noch sehe ich die Figur der Judith als äußerst relevant. Judith gilt als Vorbild all derjenigen Frauen, die sich mutig und stark auf den Weg machen und für ihr Ziel „kämpfen“ wollen. Sie können mit den Waffen der Frau spielen und dennoch stark sein wie ein Mann. Gerade die Heldinnen der aktuellen Bücher, sollte man einer ähnlichen Wertkontrolle unterziehen. Könnte man versuchen Bridget Jones mit Judith zu vergleichen? Und zu welchem Ergebnis würde man kommen?

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Charlotte Perkins Gilman: The Yellow Wallpaper

(lme) Diese bereits 1892 erschiene Kurzgeschichte der amerikanischen Autorin Charlotte Perkins Gilman ist wegen ihrer Kritik am Umgang mit Frauen und mit psychischen Leiden sehr lesenswert. Hier wird in 6000 Wörtern die Wandlung der Ich-Erzählerin beschrieben – von einer Dame, der das Schreiben von ihrem Mann wegen ihrer psychischen Erschöpfung nach der Geburt eines Kindes verboten wurde, bis hin zu einer Frau, die an einer Psychose leidet.

Diese Psychose entwickelt sich aus der unentwegten Betrachtung der gelben Tapete. Welch kafkaeske Situation! Aber auch wir fühlen uns nun von Damen beobachtet, die in Stoffen und Wandbehängen hausen.

Das Fazit ist: Diese Kurzgeschichte ist einfach zu lesen, geht unter die Haut und ist überaus empfehlenswert.