Schlagwort-Archive: Erziehung

Katharina Saalfrank: Du bist okay, so wie du bist

(lme) Die „Super-Nanny“ Katharina Saalfrank legt ihren ersten Erziehungsratgeber vor. Doch nein, es handelt sich hier nicht um einen Erziehungsratgeber im herkömmlichen Sinne – die Autorin wendet sich nämlich ab von der Idee der Erziehung.

Vielmehr wünscht sie allen, die mit Kindern zu tun haben, die Möglichkeit eine Beziehung mit den Kindern zu schaffen. Erziehung sei, so Saalfrank, immer von oben herab, ausgeübt durch die Macht der Eltern ihren Kindern gegenüber. Wichtiger jedoch, so die Pädagogin, wäre es, eine Beziehung mit den Kindern einzugehen, und sich auf gleicher Ebene miteinander zu unterhalten.

Wie genau der Umgang mit Kindern dann aussehen könnte, da bleibt Saalfrank leider recht vage. Nur wenige Beispiele durchbrechen ihren Text – da wünschte sich der Laie noch mehr Anregungen. Saalfrank geht davon aus, dass es zu einer Emanzipation des Kindes kommen muss (sie verwendet dieses Wort natürlich nicht, es wäre wohl zu sehr von den Erwachsenen besetzt).

Insgesamt ist dies ein lesenswerter Ratgeber, der helfen will, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und nicht davon ausgeht, dass Kinder Tyrannen oder Nervzwerge sind.

Charlotte Moerman: Instructions Not Included

(lme) I expected a lot of this book, written by a mum of three boys who was somehow thrown into her new responsibilities as a) a mum and b) of three boys (in the end). Unfortunately the book has not fulfilled its expectations, as it is written in a very strange style and neither helpful nor funny. Moerman tries to jump on the bandwagon of books like Bridget Jones, including a lot of lists (eg. „New Mums Meeting New Mums – Advice and Tips Centre) and trying to be engaging by using stereotype ideas of becoming/being a mum. The author jumps between different times, which makes the book very hard to read.

Dieses Buch einer Mutter dreier Söhne kann ich leider nicht weiterempfehlen. Die Erwartungen, die der Klappentext schürte, wurden stark enttäuscht. Moerman versucht lustig zu sein, doch dieser gewollte und nicht gekonnte Witz bleibt dem Leser ebenso fern, wie der Sinn für ihre Zeitsprünge, die nicht nachvollziehbar sind und das Lesen stark erschweren.

Mein Fazit: Die Idee ist gelungen – die Frage, ob man das Muttersein von Söhnen anders lernen muss als das Muttersein von Töchtern, sicher interessant, aber die Umsetzung ist leider vollkommen missglückt.

Gerald Hüther: Was wir sind und was wir sein könnten

(lme) In seinem 2011 erschienenen Sachbuch mit dem Untertitel „ein neurobiologischer Mutmacher“, geht Hüther auf Grundlagen der Neurobiologie genauso ein, wie auf seinen persönlichen Ausblick für uns Menschen. Teilweise geschieht dies auf äußerst pathetische Art und Weise, etwa wenn er im Ausstieg auf seine eigene Kindheit eingeht und vermutet, dass er heutzutage eines der Kinder gewesen wäre, das Ritalin bekommen hätte, weil er immer versuchte, sein Leben aus dem Alltäglichen zu retten.

Auf der anderen Seite beschreibt er aber auch sein Ideal eines Neuanfangs der Gesellschaft, in der es nicht mehr um Ressourcennutzung, sondern um Potentialentfaltung gehen sollte.

Hüther spricht uns mit seinem Buch direkt an und zeigt eine neue Perspektive auf, wie wir alle umdenken könnten und bei uns und unseren Kindern anfangen sollten.

Montessori für Selberdenker

(lme) So liebe Eltern, habt gut Acht, Heidi Maier-Hauser hat euch etwas mitgebracht. Und zwar handelt es sich bei ihrem Buch „…dass wir unser Bestes geben“ Erziehen nach Montessori um eine bunte Mischung aus abschreckenden und ansteckenden Geschichten aus Familien, die die Autorin entweder im Kindergarten oder in Eltern- bzw. Erziehungsseminaren kennengelernt hat.

Mit erhobenen Finger tadelt sie da all jene, die ihren Kindern alles abnehmen und die Probleme der Kinder zu Eigenen machen und erklärt sich aber auch gegen solche, die ihren Kindern keinerlei Grenzen setzen. Im Prinzip hat man aber schon nach der Kapitelüberschrift genug theoretische Grundlage um die einzelnen Geschichten im Sinne der Autorin verstehen zu können. Beispiel: Kapitel 3. Das Ungefähre meiden. Es geht darum, sich selbst ernst zu nehmen, sich selbst zu glauben und zu meinen was man sagt. – Wie sinvoll.

Fraglich bleibt bei diesem Buch: Wo genau steckt hier Maria Montessori und inwieweit bezieht sich Heidi Maier-Hauser in ihrer Pädagogik auf sie.

Eltern, die gerne erfahren wollen, wie sich andere Eltern so anstellen, sei dieses Buch nahegelegt. Alle anderen greifen besser zu „Kindheit. Eine pädagogische Einführung“ von Klaudia Schultheis und Franz-Michael Konrad.