Schlagwort-Archive: Biographie

David Chotjewitz: Das Abenteuer des Denkens

(lme) Dieser bereits 1996 erschienene Roman über Albert Einstein bringt uns die Persönlichkeit des einzigartigen Wissenschaftlers näher. Doch der Leser wird nicht nur über das Privatleben des Physikers unterrichtet, sondern auch die physikalischen Theorien werden mit einfachen Worten für den Laien erklärt.

Dies ist eines der Bücher, die man zwar schnell liest, die aber trotzdem Sachbuch sind und einiges an Gesprächsstoff bieten. Gerade für die weniger naturwissenschaftlich interessierten Jugendlichen könnte dieser Roman die Möglichkeit bieten, sich mit einer der wichtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen und darüber einen Zugang zu diesem Feld zu gewinnen.

Es bleibt allerdings die Frage bestehen, inwiefern der Autor Chotjewitz gerade die Gespräche und Gefühle seines Protagonisten belegen kann, oder ob diese rein erfunden sind. Die Belege werden hier nicht geliefert, aber dieses Anspruches verweigert Chotjewitz sich auch, wie der Untertitel „Roman über Albert Einstein“ nahelegt.

Dennoch: Dieses Buch ist zu empfehlen. Physiker werden womöglich die Passagen zur Erklärung der Relativitätstheorie überspringen, da sie recht laiengerecht beschrieben werden. Der Roman macht aber auch Lust wieder einmal mehr Biographien zu lesen und sich mit den Lebensweisheiten anderer Menschen auseinander zu setzen.

Advertisements

Fabio Geda: Im Meer schwimmen Krokodile (lme)

Januar/2011, Nummer 41 im Buchclub

Erscheinungsdatum: 2011

Genre: Biographie, Roman, Interview

Sprache: deutsch

Format: e-book

1. Warum dieses Buch?

Zum einen war es ein Weihnachtsgeschenk, zum anderen versprach ein „Jugendbuch“ nach einer längeren Lesepause wieder den Einstieg in die Literatur. Thema und Umsetzung klangen interessant.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich habe erwartet, dass das Buch einfach zu lesen ist und eine spannende Geschichte erzählt wird. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Erzählt wird die Geschichte von Enaiatollah, beginnend in seinem elften Lebensjahr. Der Junge kommt ursprünglich aus Afghanistan und reist mit seiner Mutter nach Pakistan. Als Enaiatollah eines morgens aufwacht, ist seine Mutter verschwunden – zurückgekehrt zu seinen Geschwistern ins Heimatdorf. Vor Enaiatollah liegt eine lange Reise, die ihn auf vielen Umwegen bis nach Italien bringen wird, wo er eine Pfelegefamilie findet. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Emmigranten aber von einem Journalisten.

4. Was hälst Du vom Plot?

Es ist eine spannende und gefährliche Lebensgeschichte, die ich nicht klein reden möchte.

Leider muss ich allerdings sagen, dass der Drachenläufer von Khaled Husseini sehr viel besser geschrieben ist und daher länger im Gedächtnis bleiben wird.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Kann man diese Fragen beantworten, wenn es sich um biographisches Schreiben handelt? Der Beginn klärt auf über die Art der Reise, die vor uns liegen wird.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Das Ende freut mich für Enaiatollah.

7. Zentrale Themen?

Suche und Ankommen, Freundschaft und Alleinsein, Reisen um die Welt und zu sich selbst.

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Ich finde hier liegt ein großes Manko des Buches. Der Journalist Fabio Geda hat die Geschichte auf eine eigentümliche Weise verfasst. Er schreibt zwar aus der Sicht des Jungen, so als würde er das Band, das er aufgenommen hat, abtippen, manchmal schaltet er sich aber als Journalist und Interviewer ein. Dadurch werden die Charaktere nur so beschrieben, wie sie in einem Gespräch – im Gegensatz zu einem literarischen Werk – dargestellt würden. Für mich bleiben die Figuren zu flach, das Buch zu kurz um wirklich aufzuklären.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Man kann sich hineinversetzen in die Geschichte und doch bleibt ein komischer Beigeschmack, wenn es Geda und Enaiatollah darum geht mit dem erhobenen Zeigefinger auf all jene Menschen zu zeigen, die nicht hilfsbereit sind und sich nicht für Flüchtlinge einsetzen.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Wie bereits gesagt: Hier fehlt es dem Buch erheblich.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Manchmal hat man keine andere Wahl als sein Schicksal anzunehmen und alles zu geben.

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Man kann es vergleichen mit der Drachenläufer, wobei sich hier Fiktion und Wahrheit aneinander reiben.

13. Wie ließ sich dan Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Das Buch ließ sich sehr gut lesen.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Als e-book hat es um die 8 Euro gekostet. Das ist in Ordnung.

15. Stärken des Buches?

16. Schwächen des Buches?

Sprache und „Einmischung“ des Journalisten.

17. Besonderheit des Buches?

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

Für jüngere Jugendliche ist das Buch gut geeignet, vor allem weil für die der Drachenläufer zu grausam sein könnte.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ja, ich habe sehr viel Neues über die Länder, die Enaiatollah durchquert gelernt und auch über die Situation moderner Flüchtlinge.