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Norbert Zähringer: Bis zum Ende der Welt

(lme) Von Nobert Zähringer hatte ich bereits einige Bücher gelesen, so dass ich mich auf diesen 2012 erschienenen Roman freute. Der Autor beschreibt die Geschichte einer jungen Ukrainerin und eines älteren Deutschen, die die Liebe zu den Sternen verbindet. Anna soll Laska, der nur noch ein halbes Jahr zu leben hat, bei seinem Sterben begleiten. zaehringer

Leider schafft es Zähringer auf keiner Seite des Buches mich als Leser anzusprechen. Er versucht mindestens zwei Plots miteinander zu verbinden, die überhaupt nicht zueinander wollen. Da erzählt er auf der einen Seite die Geschichte Annas, dann die Geschichte Laskas und dann auch noch die eines portugiesischen Polizisten, die sich, vollkommen willkürlich zusammengeschrieben, gegen Ende des Buches treffen. Das passt von Vorne bis Hinten nicht.

 

Donna Tartt: The Goldfinch (lme)

goldfinchMai 2014, Nummer 55 im Buchclub

 

Erscheinungsdatum: 2014

Genre: Roman

Sprache: Englisch

Format: Hardcover

 

1. Warum dieses Buch?

Sicherlich habe ich das Buch wegen seines Covers so lange missachtet. Auch hatte ich Angst, dass es eine langweilige Abhandlung über ein uraltes Meisterwerk sein könnte. Als Tartt dann aber den Pulitzerpreis gewann, konnte auch ich nicht mehr widerstehen, so dass wir haben The Goldfinch für die Seitenspinner im Mai ausgesucht haben.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich war immer noch nicht sicher, was ich davon halten sollte und habe mir erstmal nicht viele Hoffnungen gemacht, dass ich das Buch mögen würde.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Dieses über 700 Seiten lange Buch zusammenzufassen, ohne dabei etwas vom Plot preiszugeben, ist schwer. Hier geht es um die Geschichte von Theodore Decker, der im Alter von 13 Jahren einen schweren Schicksalsschlag erfährt. Von da an ist seine Lebensgeschichte eng verbunden mit der des Gemäldes „The Goldfinch“ von Carel Fabritius. Werk und Hauptfigur reisen durch die Welt, können nicht mit- aber auch nicht mehr ohne einander, so scheint es.

4. Was hältst Du vom Plot?

Tartt schafft es hier eine Geschichte zu spinnen, die so gut durchdacht und so schlüssig ist, dass man nicht mehr aufhören kann, zu lesen.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Der Einstieg war gleich sehr spannend und schon hier steht fest, dass dies ein spannendes Buch werden wird.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Ja, das Ende passt genau zum Rest des Buches. Der Erzähler wendet sich mit einem Fazit an den Leser und lässt ihn nicht einfach zurück. Ein fast märchenhaftes Ende in diesem Sinne.

7. Zentrale Themen?

Familie, Freundschaft, Ich-Sein, Ichfindung.

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Alle Charaktere sind so plastisch beschrieben, dass ich mich gar nicht für einen Lieblingscharakter entscheiden konnte.  Auch wenn ich nicht alle sympathisch fand, so habe ich mich doch in alle hineinversetzen können.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Das ist Donna Tartt sehr gut gelungen. Auch wenn die Story selber völlig abwegig ist, so zweifelte ich während des Lesens nicht einen Moment an der Welt, die Tartt hier aufgebaut hat.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Die Sprache ist nicht besonders, der Stil passt zum Buch. Es lässt sich schnell lesen, literarisch ist es nicht unbedingt wertvoll.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

„Sometimes we want what we want even if it’s going to kill us. We can’t escape who we are.“

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Ich habe mich manchmal an den Schatten des Windes von C.R.Zafon erinnert gefühlt. Tartt erwähnt auch viel Tolstoi und hat mich auf ihn als einen meiner nächsten Autoren neugierig gemacht.

13. Wie ließ sich das Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Obwohl das Buch so dick war, habe ich es schnell lesen können. Leider ist es recht schwer und passt nicht in jede Handtasche, auch für das abendliche Lesen im Bett war es nicht besonders gut geeignet. Das ist mal wirklich ein Buch, dass man sich als ebook hätte kaufen sollen.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

£10. Jetzt wo ich es gelesen habe, weiss ich, dass ich auch 20£ dafür ausgegeben hätte.

15. Stärken des Buches?

Der Plot

16. Schwächen des Buches?

Im Nachhinein muss man sagen, dass die Hauptfigur Theo einige Entscheidungen trifft, die man selber so in seinem Leben niemals getroffen hätte. Dennoch, vielleicht ist es ja gerade das, was das Buch spannend macht. Öffnet doch Literatur immer die Möglichkeit neue Erfahrungen durch die Augen eines anderen zu machen.

17. Besonderheit des Buches?

Dass The Goldfinch den Pulitzerpreis gewonnen hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen, da ich es literarisch eben nicht besonders aufregend fand.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

An Menschen, die gerne Kriminalromane lesen und vor allem gerne lesen. Man braucht schon ein bisschen Gewohnheit im Lesen um ein so dickes Buch anzugehen, meine ich.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ich werde mich mal an Tolstoi machen müssen!

Eugene McCabe: Schwestern


Schwestern
(lme) Die in der deutschen Übersetzung im Steidl Verlag erschienene Novelle „Schwestern“ des Iren McCabe behandelt das Schicksal zweier ungleicher Schwestern, die in den 1950er Jahren aufwachsen. Beide sind recht unterschiedlich, die eine wird zur vergebungsoffenen Nonne, die andere alleinerziehende Arbeiterin, die ihrer Tochter Vater und Mutter sein muss.

Die Geschichte der beiden kreuzt im Erwachsenenalter wieder, als Carmel aus dem Kloster flieht und bei ihrer Schwester Tricia einzieht. Die unterschiedlichen Ansichten der beiden prallen aufeinander und dennoch bleibt bis zur letzten Seite des Werkes klar, dass sie als Schwestern für immer verbunden sind. Kein Meisterwerk, aber ein gutes Buch.

Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums

(lme) Ich lese nicht gerne Autobiographien – seien wir mal ehrlich, die meisten Leute haben nichts zu sagen und nichts wichtiges erlebt, oder sie können nicht gut schreiben. Urs Widmer hat mich in seiner „Reise an den Rand des Universums“ eines besseren belehrt.

Was hat er erlebt? Man kann sagen: Nichts besonderes. Weltgeschichte hat er in seinem Leben nicht geschrieben. Und trotzdem – hier hat einer sein Leben gelebt. Hier hat einer etwas für widmersich erlebt und viele Erfahrungen gesammelt, die vielleicht nicht für die Welt von Bedeutung waren, aber für ihn. Er hat viel gesehen, viele Freundschaften geschlossen, durch seine Familie eine ganz besondere Art von Kindheit gehabt, er hat Frauen kennengelernt und wieder aus den Augen verloren und er beschreibt auch, wie er ans Schreiben kam.

Als Urs Widmer diese Autobiographie 2013 beendet, kennt er wohl schon mehr Details über sein Schicksal, als seine Leser und Leserinnen. Auch deshalb ist dies ein so wichtiges und rundum lesenswertes Buch, das wunderbare Anekdoten aber auch viele Lebensweisheiten bereithält.

Lest! Los, lest!

Alice Munro: Too Much Happiness (lme)

Januar 2014, Nummer 51 im Buchclub

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Erscheinungsdatum: 2009

Genre: Short Stories

Sprache: Englisch

Format: Hardcover

1. Warum dieses Buch?

Als Alice Munro im vergangenen Jahr der Literaturnobelpreis verliehen wurde, hielt ich dies für eine wichtige und gute Entscheidung zu Gunsten der Literatur. Endlich wurde da eine ausgezeichnet, die für ein breites Publikum lesbar ist. Die Kurzgeschichten, die ich von ihr kannte, versprühten Emotionen und waren literarisch ansprechend, dennoch nicht zu anspruchsvoll.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich erhoffte mir hier ein paar nette Kurzgeschichten zu lesen, die mir wie immer mehr Einblicke in (potentielle) Emotionen und Handlungen anderer Menschen geben würden.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

In „Too Much Happiness“ versammelt Munro zehn Kurzgeschichten, die alle gemeinsam haben, dass sie den Leser völlig aus der Bahn werfen, da seine Erwartungen nicht erfüllt und sein Glaube an das Gute im Menschen oft zerstört wird. Den Titel erhielt das Buch durch die letzte Kurzgeschichte, in der Munro einen Einblick in das Leben Sophia Kovalevky’s gibt. Gerade diese Story hat mich kaum angesprochen.

4. Was hältst Du vom Plot?

Die einzelnen Short Stories sind alle sehr lesenswert. Immer wieder erfindet Munro neue Szenarien, die den Leser auch an seine eigenen Grenzen bringen.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Die letzte Story, und damit das Ende des Buchs, hat mir leider nicht gefallen.

7. Zentrale Themen?

Das Selbst und die anderen.

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Passend für Short Stories werden bei den einzelnen Charakteren nur einige Charakterzüge näher beschrieben, alles andere bleibt dem Interpretationsspielraum des Lesers überlassen.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Dies ist die wirkliche Meisterschaft Munros. Auf 20 bis 50 Seiten schafft sie es, den Leser vollkommen in die Welt hineinzuziehen, die sie (be-)schreibt. Gerade das macht die Geschichten dann noch einmal lesenswerter.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Sprache und Stil sind einfach zu lesen und trotzdem keineswegs banal.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Lieber erst noch einmal nachdenken, bevor man einen Elektriker ins Haus lässt und ähnliches.

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

 

13. Wie ließ sich das Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Das Buch ließ sich sehr gut lesen, auch wenn ich anderen Lesern raten würde, es nicht auf einmal ganz durchzulesen. Das ist nämlich das große Manko der Stories – sie sind alle sehr ähnlich. So weiß man nach der zweiten oder dritten schon, wie die nächste ausgehen wird.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Das weiß ich schon gar nicht mehr, ich habe es schon etwas länger besessen.

15. Stärken des Buches?

Die Welten, die Munro hier erschreibt.

16. Schwächen des Buches?

Die Geschichten sind sich alle sehr ähnlich.

17. Besonderheit des Buches?

 

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

 

Dieses Buch kann man gut weiterempfehlen und auch sehr gut verschenken, denke ich.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein, aber ich werde bestimmt noch weitere Bücher von Munro lesen und kann nicht ausschließen, dass dann eines dabei ist, das zu einem neuen Lieblingsbuch wird.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Nein.

Donna Tartt gewinnt Pulitzer Preis

(lme) Gestern wurde bekannt gegeben, dass die 1963 geborene US-amerikanische Autorin Donna Tartt für ihr Werk „The Goldfinch“ (dt. „Der Distelfink) den Pulitzerpreis erhält. Ein Buch, das den Geist anregt und das Herz aufgehen lässt, so die Beurteilung der Jury. Und auch das deutsche Feuilleton zeigte sich begeistert von diesem 1000 Seiten Schmöker, wie man im Perlentaucher nachlesen kann.

Der Pulitzer Preis, der jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben wird, soll für „Fiction“ an einen US-amerikanischen Autoren gehen und an ein Werk, das sich „vorzugsweise“ mit dem amerikanischen Leben auseinandersetzt. Frühere Gewinner waren so bekannte Autoren wie Jeffrey Eugenides (2003), Philip Roth (1998) und William Faulkner (1963).

Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt (lme)

Februar 2014, Nummer 52 im Buchclub

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Erscheinungsdatum: 2013

Genre: Roman

Sprache: Deutsch

Format: Taschenbuch

1. Warum dieses Buch?

Als Bestseller lag es auf den Verkaufstischen aus, die kühle Ironie lud ein und die verschiedenen Kulturen und Traditionen, die das Buch auf seinem Buchrücken anpreist klangen interessant.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich erwartete, die spannende Geschichte einer jungen Dame zu lesen und mit ihr Kulturen und Länder zu erforschen.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Mascha ist auf der Suche, nach sich, nach Liebe und nach einer Heimat. Sie klammert sich an Momente, an Orte und an Menschen, die ihr alle durch die Finger zu gleiten scheinen. Das Buch ist surreal, immer weiter fiebert Mascha so wie ihr Freund Elias und lässt den Leser am Ende heillos im Stich und auf sich allein gestellt auf einem Schlachtfeld zurück.

4. Was hältst Du vom Plot?

Die Story, die Grjasnowa uns hier erzählt ist völlig verworren und hat mich überhaupt nicht mitgenommen. Ich war ehrlich gesagt froh, als das Buch endlich zu Ende war.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

In Medias Res: Menschen urinieren in Maschas Hauseingang und viel besser wird es leider auch nicht.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Nein. Wie schon angedeutet bleibt der Leser einfach zurück.

7. Zentrale Themen?

Suche, Liebe, Freundschaft, Identität, Judentum?

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Überhaupt nicht gut. Alle miteinander blieben mir so fern, dass ich mit keinem einzigen Mitleid haben konnte.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Grjasnowa beschreibt eine Welt, die so vielleicht ist, zu der die Sprache, die sie wählt aber keineswegs passt. Zum Beispiel gleich auf der ersten Seite: „Jeden Morgen, gegen fünf, luden die Väter, Brüder, Cousins unter unseren Fenstern ihre Kleintransporter aus, knallten mit den Türen, bauten ihre Stände auf, tranken Tee, kochten Maiskolben und warteten, dass die Straße sich füllte und sie mit ihrem automatisierten Singsang ihr Obst anpreisen konnten.“ Hier fehlt es doch vollkommen an empathischer Sprache. Grjasnowa beschreibt in langen Sätzen, mit Wörtern, die hier wohl kaum in den Zusammenhang passen, was da unter ihrem Fenster vor sich geht – „Kleintransporter“, das ist ein Wort, das hier ganz falsch klingt. Und so geht es über den gesamten Kurzroman weiter.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Die Sprache ist gut, aber sie passt nicht zu dieser Story.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Da konnte ich nichts finden

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

 

13. Wie ließ sich das Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Schnelles Lesen musste hier sein!

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

9,90 €. Das war es nicht wert.

15. Stärken des Buches?

 

16. Schwächen des Buches?

Sprache und Story passen nicht zusammen.

17. Besonderheit des Buches?

 

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

Ich werde es nicht weiterempfehlen. 

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Nein.