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Charlotte Perkins Gilman: The Yellow Wallpaper

(lme) Diese bereits 1892 erschiene Kurzgeschichte der amerikanischen Autorin Charlotte Perkins Gilman ist wegen ihrer Kritik am Umgang mit Frauen und mit psychischen Leiden sehr lesenswert. Hier wird in 6000 Wörtern die Wandlung der Ich-Erzählerin beschrieben – von einer Dame, der das Schreiben von ihrem Mann wegen ihrer psychischen Erschöpfung nach der Geburt eines Kindes verboten wurde, bis hin zu einer Frau, die an einer Psychose leidet.

Diese Psychose entwickelt sich aus der unentwegten Betrachtung der gelben Tapete. Welch kafkaeske Situation! Aber auch wir fühlen uns nun von Damen beobachtet, die in Stoffen und Wandbehängen hausen.

Das Fazit ist: Diese Kurzgeschichte ist einfach zu lesen, geht unter die Haut und ist überaus empfehlenswert.

Gustave Flaubert: L’éducation sentimentale (lme)

November/2011, Nummer 30 im Buchclub

Erscheinungsdatum: 1869

Genre: Roman

Sprache: französisch (gelesen aber auf Englisch)

Format: Taschenbuch

1. Warum dieses Buch?

Ein Klassiker, von denen man ja immer mehr lesen sollte, als man es tatsächlich tut. Außerdem ein französischer Klassiker, dessen Titel ein interessantes Buch verspricht.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Erwartungen an einen Klassiker sind ja immer klar: Ein Klassiker muss ein besonderes, ein interessantes, ein wichtiges Buch sein, das etwas auf eine nie zuvor dagewesene und alles nachfolgende ändernde Weise behandelt.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Frédéric Moreau studiert in Paris und verliebt sich während seiner Zeit dort in eine ältere, verheiratete Frau. Dieser Liebe hängt er das übrige Buch hinterher. Er weiß nicht, welchen Beruf er ergreifen möchte und wohin es in seinem Leben gehen soll. Glücklicherweise hat er ein beträchtliches Vermögen geerbt, das ihm dieses Leben ermöglicht. Am Ende bleibt er jedoch mit wenig zurück und die Liebe der Frau hat er auch nicht erhalten.

4. Was hälst Du vom Plot?

Der Plot ist, vor allem, wenn man nur wenig Einblick in die französische Geschichte hat, sehr langatmig und umständlich. Sieht man es jedoch aus einem anderen Blickwinkel, dann ist das Buch genial, denn anhand der persönlichen Schicksale, die in Education Sentimentale verhandelt werden, wird ein Abbild des Frankreichs der 1840er Jahre geschaffen. Politik wird über Personen erklärt.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Der Beginn ist passend, die Geschichte steigt gut verständlich ein, was für ein Buch diesen Umfanges wichtig ist.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Ja. Ein Buch das mit dem Satz „Das war das Schönste, was wir je erlebt haben.“ endet, kann nur ein gutes Ende haben.

7. Zentrale Themen?

Liebe, Frankreich, Französische Geschichte, Erziehung und Erwachsenwerden.

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Die Charaktere sind sehr plastisch beschrieben. Das Buch führt aber leider zu viele Charaktere ein, so dass man schnell den Überblick verliert. Vor allem, wenn man es nicht in einem Zug liest.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Die Gestaltung der Welt ist Flaubert herausragend gut gelungen. Das ist es auch, wovon das Buch meines Erachtens lebt.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Darüber kann ich nichts sagen, da ich es ja nur in Übersetzung gelesen habe und davon ausgehe, dass die Sprache sehr viel besser und eindringlicher ist, wenn man das Buch im Original liest.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Irgendwann muss man einfach mal wissen, wohin es im Leben gehen soll. Sonst wird es langweilig (zumindest für den Leser)…

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Ich würde das Buch mit Schnitzers Traumnovelle vergleichen und auch ein bißchen mit „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Intertextuell verweist es auf Werther, Rot und Schwarz und den Vater Goriot.

13. Wie ließ sich dan Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Ich fand das Buch recht schwierig zu lesen und habe sehr lange gebraucht. Vor allem durch die vielen verschiedenen Charaktere, konnte ich nur schlecht wieder in die Handlung hineinfinden.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Ich hatte es nur ausgeliehen und muss es aber nicht besitzen.

15. Stärken des Buches?

Der Vergleich zwischen persönlicher Geschichte und politischen Geschehnissen.

16. Schwächen des Buches?

Die Handlung könnte einen viel stärkeren Sog aufbauen und dann sehr viel interessanter sein.

17. Besonderheit des Buches?

Siehe Stärken des Buchs.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

An Menschen mit politischem bzw. historischem Interesse.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ich habe viel über die Geschichte Frankreichs gelernt. Verändert hat mich das Buch allerdings nicht.