Helga Beyersdörfer: Die Nachmittagskinder

(lme) nachmittagskinder1„So liest man heute“ steht am unteren Ende des Buchrückens, und damit bringt der Knaur Verlag, in dem „Die Nachmittagskinder“ der Autorin Helga Beyersdörfer erschienen ist, den Inhalt dieses Romans auf den Punkt.

Erzählt, wie die „Schiffsmeldungen“ von Annie Proulx, wird hier die Geschichte der Bewohner einer Hauses. Zu Beginn des Romans leben sie ihre unterschiedlichen Leben. Jeder geht auf seine Weise dem anderen aus dem Weg. Erst als die neunzehnjährige Jolande im Souterrain des Hauses ein Büro für bezahlte Dienstleistungen aufmacht, kommen sich die Mieter und Eigentümer näher. Bald schon wird aus den Nachbarn eine Gemeinschaft.

Das Buch ist meines Erachtens eher für Jugendliche geeignet, die sich noch besser in die Hauptfigur, die mitten in den Abiprüfungen steckt und oft mit ihrer Mutter aneinander gerät, hinein versetzen können. Besonders ist dennoch der Stil, den die Autorin für ihren Roman wählt. Er erinnert an den Film „Amélie“, da Beyersdörfer Sätze wie diesen schreibt: „An dieser Stelle verlassen wir taktvoll das traurige alte Paar.“  Der Erzähler spricht den Leser direkt an und scheint seinen Blicken durchs Haus zu folgen. Wie mit der Kamera (Beyersdörfer arbeitet auch fürs Fernsehen) wechselt hier immer wieder die Szenerie.

Fazit: Eine gelungene Ferienlektüre für Jedermann. Ausserhalb der Ferien eher ein Jugendbuch.

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