Joey Goebel: Vincent

(lme) Lang, lang ists her, da haben wir den Roman „Vincent“ von Joey Goebel bei den Seitenspinnern als ersten „Kapitelweise“Roman begonnen – und nie beendet. Nun habe ich ihn mal wieder hervorgezogen (soll man nun, oder soll man nicht, angefangene Bücher mit ins neue Jahr nehmen?) und ausgelesen.

Wir erinnern uns: Schon früh verkaufte Vincents Mutter ihren Sohn an eine Firma, die sich zur Erhaltung der Kultur berufen fühlte und Kinder auf spezielle Schulen schickte, um ihnen dort die Dinge beizubringen, die wichtig wären, um ein Künstler zu werden, der Emotionen in den Menschen wachruft. Vincent bekommt einen Mentor zur Seite gestellt – Harlan Eiffler – der sich persönlich um das Wohlergehen des Stars der Akademie kümmern wird. Wohlergehen, darunter versteht die Firma jedoch, dass Vincent viele Übel zustoßen müssen. Schließlich wird er nur so Ausdruck und Gefühl in seine Songtexte und Drehbücher für Fernsehserien legen können.

Es kommt, wie es kommen muss. Vincent sieht den Schrecken der Welt und wird ein gefeierter Künstler. Eiffler jedoch bekommt Mitleid mit seinem Schützling und löst seinen Vertrag auf. Vincent erfährt, dass sein „Freund“ Eiffler für alle seine furchtbaren Erlebnisse verantwortlich war und bricht den Kontakt ab.

Alle Figuren enden, ob sie wollen oder nicht, als Einzelgänger. Nur Vincent bleibt als liebender Vater zurück.

Der Plot des Romans scheint mir doch sehr weit hergeholt. Andere Autoren haben sich mit dieser Utopie auf gekonntere Weise auseinandergesetzt. Wer etwas in dieser Art lesen möchte, dem lege ich Kazuo Ishiguros „Never let me go“ ans Herz.

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