Romain Gary: Frühes Versprechen

(as) Romain Gary ist wahrlich eine eindrucksvolle Persönlichkeit. 1914 in Wilna in armen Verhältnissen geboren, kommt er dank seiner Mutter in seiner Jugendzeit nach Frankreich. Pilot während des 2. Weltkriegs und in der Résistance mit dem General Charles de Gaulle, wird er nach dem Krieg zu einem einflussreichen Diplomaten. Un dazu noch zum einzigen Autor, der den Prix Goncourt, den wichtigsten französischen Literaturpreis, zweimal gewinnt (wobei dies sich erst nach seinem Tod herausstellt, als ein Autorenpseudonym bekannt wird). Sein Selbstmord macht ihn auch zu einer rätselhaft traurigen Figur.

Gary hat in einem seiner Romane seine Jugendjahre von Wilna bis zum Ende des Krieges in seinem Roman Frühes Versprechen (auf Französisch eher: „Das Versprechen der Morgendämmerung“) verewigt. Ob wirklich alles so geschah? Wir wollen es gar nicht wissen. Zu hinreißend ist dieser Roman, der vor allem eines ist: Ein Denkmal für ein Mutter, die liebevoller, aufopfernder und unmöglicher nicht sein kann. Sie hat beschlossen, dass aus ihrem Sohn eine eminente Persönlichkeit  wird und er bemüht sich ein Leben lang dieses Vertrauen einzulösen. Wir lachen, wir schmunzeln, wir weinen und genießen das Plätschern  der zahlreichen Anekdoten. Berührender kann man sich Literatur nicht vorstellen.

Romain Gary: La promesse de l’aube (folio, 2012)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s