Bachmannpreis 2013

(lme) Der Bachmannpreis diesen Jahres geht an Katja Petrowskaja, die in ihrem Text Vielleicht Esther die Ermordung ihrer jüdischen Großmutter durch die Deutschen in Kiew 1941 beschreibt. Gewonnen hat sie mit der Begründung ihr Text sei „wunderbar, kraftvoll, locker und leicht gewebt„. Die Jurorin Hildegard Keller, auf deren Vorschlag hin Petrowskaja zum Bachmannwettbewerb eingeladen worden war, beschreibt, dass man in Petrowskajas Text dem „Leben literarisch begegnen kann“. Damit liegt Keller vollkommen richtig. Die Autorin beschreibt in diesem kurzen Text nur vordergründig, wie es zur Ermordung ihrer Großmutter kam. Hinein webt sie aber die Geschichte ihrer Familie zu Zeiten des Krieges und danach.

Dennoch: Der Text scheint mir zu unzusammenhängend, die Geschichte ist keine Geschichte. Vielmehr springt Petrowskaja von diesem Thema zum nächsten, es scheint fast, als hätte sie den kurzen Text auf der Bahnfahrt nach Klagenfurt gefertigt. Schade eigentlich, in ihr steckt sicher mehr Potential.

Besonders gelungen schienen mir die Texte von Roman Maack, wegen seiner Idee, die Welt um Jo zu schildern, der sich als Forscher seine eigene Welt baut, von Nadine Kegele, die sprachlich begeisterte, und von Roman Ehrlich, dessen Roman Das kalte Jahr nächsten Monat erscheinen wird.

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