Neulich im Buchladen

(lme) Wieder einmal durch die Regalgänge gestreunt. Den Kopf schief gelegt und einen Buchrücken nach dem anderen studiert. Dabei daran gedacht, wie viele von ihnen noch ungelesen zu Hause in Stapeln liegen.

Und dann plötzlich, eine unerwartete Entdeckung – ausgerechnet in der Lyrikabteilung.

George Szirtes. Ein ungarischer Lyriker, der auf englisch schreibt und dessen Sprache so simpel und doch so gewaltig ist, dass ich nicht mehr ohne ihn nach Hause gehen konnte.

Nun liegen seine „New & Collected Poems“ vor mir ausgebreitet, ich schlage das 500 Seiten starke Werk auf.

Seite 313.

The yellow dress my father fell in love with

It was the yellow dress my father fell
in love with: skimpy in late sixties style. (…)

Diese Einfachheit der Sprache und die Macht der Bilder, die Szirtes nicht nur in diesem Gedicht zeichnet, ziehen mich in einen Bann, veranlassen mich in Enjambements zu denken und leiten mich weiter durch dieses Buch.

I see the apple blossom puffing out its pigeon chest,
I see the clouds, dressed like doves, in down, (…)

In Szirtes Werk kann man sich als Literaturwissenschaftler ebenso verlieren, wie als Sprachenthusiast. Dieser Lyriker, der 2004 den T.S.Eliot Prize erhielt, ist eine großartige Entdeckung!

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Eine Antwort zu “Neulich im Buchladen

  1. Ich danke dir für diesen wunderbaren Tipp, den du ja scheinbar ganz zufällig entdeckt hast. Ich streife auch gerne durch Buchläden, berühre die Bücher, die bereits bei mir zu Hause liegen – häufig noch ungelesen – und halte Ausschau nach weiteren, die mich begeistern könnten. Toll, wenn man dann einen so genialen Zufallsfund macht, wie es dir scheinbar gelungen ist! :-)

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