Marie Pohl: Maries Reise

(lme) Wer sich mal so richtig alt fühlen möchte, der lese Marie Pohls Buch über ihre kleine Weltreise im Alter von 20 Jahren. Die Autorin besucht in 9 Monaten acht Städte der Welt, um dort, wie sie selbst sagt, die interessantesten Personen ihrer Generation kennen zu lernen und herauszufinden, wie sie sich ihr Leben vorstellen.

Schon die Auswahl der Städte (Berlin, Havanna, Buenos Aires, San Francisco, Hanoi, Jerusalem, Tbilissi und Helsinki) hätte Hinweis genug sein müssen, dass es sich hierbei nicht um ein Werk Literatur handeln kann, das uns auf irgendeine Weise weiter bringt. Völlig subjektiv und auf keiner Ebene interessant, beschreibt Pohl ihre Treffen mit Jugendlichen aus jeder Stadt. Dabei lernt sie nicht nur die unterschiedlichen Trink- und Drogengewohnheiten der Länder kennen, sondern findet auch in jeder Stadt, so scheint es, einen anderen Partner.

Man muss sich fragen: Ist das cool? Und: Wenn das cool ist, will man dann cool sein? Und wie denkt die im Jahr 2013 34 Jährige Pohl über die Gefahren in die sie sich damals gebracht hat, heute?

Zugegebenermaßen, zu einer Erkenntnis brachte mich das Buch dann doch: Aus dem Alter diese Aktionen gut oder richtig zu finden und sich vorhalten zu lassen, dass die hier beschriebenen Menschen interessanter wären als andere, nur weil sie Unsinn machen,-  aus dem Alter sind wir zum Glück raus. Und gut geschrieben ist es leider auch nicht.

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4 Antworten zu “Marie Pohl: Maries Reise

  1. Oh, jetzt fühle ich mich ganz ernüchtert, denn hier liegt das Buch bereits und wartet sehnsüchtig darauf gelesen zu werden. Nach deiner Besprechung ist meine Vorfreude nun doch etwas gedämpft. :-(

  2. Oh, das tut mir leid. Aber vielleicht gefällt dir das Buch ja auch besser. Ich habe nur immer ein Problem mit Büchern, die so tun als beschrieben sie das „echte“ Leben, und dann sind sie aber doch ganz anders und sie sind furchtbar weit weg vom echten Leben… Auf jeden Fall bin ich gespannt, was du dazu sagst.

  3. Ich bin 58 Jahre und lese das Buch im Abstand von 10 Jahren zum zweiten
    Mal und bin wieder inspiriert.
    Einerseits erinnert es mich an meine eigene Offenheit und Neugier der Welt gegenüber,als ich 20 war. Andererseits belebt es diese Seite in mir
    hier und jetzt.
    Mag sein ,dass es schlecht geschrieben ist. Das ist für mich zweitrangig.
    Es macht hungrig auf das Leben.
    Danke Marie

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