Sten Nadolny: Weitlings Sommerfrische (lme)

September/2012, Nummer 40 im Buchclub

Erscheinungsdatum: 2012

Genre: Roman

Sprache: Deutsch

Format: Hardcover

1. Warum dieses Buch?

Ein Buch der Longlist des Deutschen Buchpreises sollte es sein. Dass ein Altmeister wie Nadolny überhaupt vertreten war, machte neugierig auf seinen Roman. Auch die Verknüpfung von Gedanken eines alternden Mannes mit der Rückschau in die eigene Jugend, stellte sich als spannend dar.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Sten Nadolny ist ein so berühmter Autor, dass ich hoffte, in diesem Buch etwas Besonderes zu finden.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Wilhelm Weitling, Richter a.D., lebt ein Leben zwischen Berlin und dem Chiemsee (wo er seine Jugend verbrachte hatte). Zunächst bekommen wir Einblicke in sein derzeitiges Leben, Weitling berichtet auch über seine Jugend und seine Ehefrau, die er liebt und schätzt. Durch einen Bootsunfall wird Weitling dann in seine Jugend zurückversetzt. Er findet sich als Begleiter seines 16jährigen Ichs wieder. Nun erlebt er Dinge noch einmal, aus einer ganz neuen Perspektive. Manches jedoch ändert sich und so kommt es, dass er in ein anderes Leben zurückversetzt wird, als das aus dem er gekommen ist.

4. Was hältst Du vom Plot?

Eindrucksvoll und unglaublich erzählt Nadolny die Geschichte Weitlings. Spannend ist vor allem, dass er Weitling nicht IN sein junges Ich zurückversetzt, sondern daneben, so dass es zu einer gelungenen Beobachterperspektive kommt. Obwohl es in unserer Realität nie zu einer „Sommerfrische“ kommen wird, so hat der Roman doch eine philosophische Perspektive. Wovon hängt ein Leben ab, gibt es ein Schicksal oder ist alles Zufall und was wäre aus uns geworden, wenn nur eine Kleinigkeit in unserer Vergangenheit anders gelaufen wäre.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Der Einstieg ist in meinen Augen zwiespältig. Zunächst scheint er etwas langsam in die Geschichte zu gleiten. Am Ende des Buches wird jedoch klar, wie wichtig und richtig ein derartiger Einstieg ist.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Ja, das Ende passt sehr gut und lässt den Leser mit dem Gefühl zurück, dass man sich mit seinem Leben versöhnen kann, sollte, muss.

7. Zentrale Themen?

Alter und Jugend, Glaube, Liebe

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Alle Charaktere sind sehr gut beschrieben. Hier kann sich manch anderer Autor noch etwas abschauen.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Auch das hat Nadolny meisterhaft vorgenommen. Details passen zusammen, er streut nur wenig populärkulturelle Begriffe und Marken ein, was den Roman angenehm zu lesen macht.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Sehr gut. Hier passt einfach alles.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

„Was aber soll das, was mir hier widerfährt? Soll ich etwas lernen? Habe ich vielleicht schon ewas gelernt?“

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

13. Wie ließ sich das Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Ich habe 3 Tage gebraucht, es ließ sich wunderbar lesen. Ein echtes Buch für jedermann.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

17 Euro ca. Das ist es auf alle Fälle auch wert.

15. Stärken des Buches?

Alles.

16. Schwächen des Buches?

Nichts.

17. Besonderheit des Buches?

Thema und Art wie Nadolny sich auf diese ungewöhnliche Geschichte einlässt und es schafft, den Leser mitzunehmen in eine Welt, die zwar nicht real aber doch realistisch sein kann.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

Dieses Buch kann man getrost allen weiterempfehlen. Als erstes werde ich es meinem Vater geben.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Ja, auf jeden Fall.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Ja.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ja, das Buch hat mich verändert. Mir ist nun noch einmal klarer, wie wichtig es ist die Chancen, die einem das Schicksal zuwirft, auch zu ergreifen.

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