Evelyn Waugh: Brideshead Revisited (lme)

August/2012, Nummer 39 im Buchclub

Erscheinungsdatum: 1944

Genre: Roman

Sprache: Englisch

Format: Taschenbuch

1. Warum dieses Buch?

Ein Leben auf der englischen Insel sucht immer wieder nach Erklärungen und literarischen Beispielen für den Charakter der Briten. Brideshead Revisited schien zum einen ein modernen Klassiker zu sein, den es sich zu lesen lohnt, zum anderen sollte hier die englische Gesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts dargestellt werden. Das alles klang nach Klassiker und verlockendem Schmöker.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Ich hoffte auf eindringlich beschriebene Charaktere und gesellschaftliche Analysen.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Charles Ryder erlebt am eigenen Leibe mit, wie die einstmals wohlhabende Familie der Marchmains in den 1930er und 1940er Jahren langsam verfällt. In drei Zeitabschnitten folgt er den Mitgliedern nach Schloss Brideshead. Der Verfall der Familie zeigt sich auch an einer der Hauptfiguren, Sebastian, der immer weiter in eine Alkoholabhängigkeit rutscht, nachdem er einstmals angesehenster Junggeselle in Oxford war.

4. Was hältst Du vom Plot?

Der Plot schildert den Verfall der Marchmains sehr eindringlich, mir hat gefallen, dass die Familie immer wieder aufgegriffen wird. Charles Ryder ist auf jedes Mal andere Weise mit ihr verbandet und kann sowohl als Teil der Familie als auch als Außenstehender beobachten und teilhaben.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Einstieg und Ende bilden einen Rahmen, wie es häufig in der Literatur des 20. Jahrhunderts geschieht. Der Verfall wird hier bereits vorweggenommen. Dass das Werk auch im Film ein großer Erfolg wurde, könnte mit der Art des Zeitenwechsels zusammenhängen. Auf den Blick, der den Verfall von Schloss Brideshead zeigt, folgt die goldene Zeit der Familie Marchmain.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Das Ende schließt die Rahmenhandlung und passt insofern gut.

7. Zentrale Themen?

Aristokratie, Reichtum, Dandyismus, Orientierungslosigkeit

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Charaktere verbinden sich mit Handlung und drücken verschiedene Perspektiven der Zeit, in der der Roman spielt, aus. Sie werden nicht zu individuellen Personen, sondern bleiben Beispiele für Tendenzen und Strömungen des beginnenden 20. Jahrhunderts.

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Hier liegt die besondere Stärke des Autors. Evelyn Waugh schildert meisterhaft, wie auf die goldenen 20er Jahre die Angst vor einem erneuten Krieg folgt.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Auch auf Englisch ist dieses Buch leicht zu lesen.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Das Leben an den beiden englischen Eliteunis hat sich kaum verändert…

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

Oscar Wilde: The Picture of Dorian Gray

13. Wie ließ sich das Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Das Buch ließ sich sehr gut lesen und hat durch seinen Handlungsstrang immer Lust gemacht weiterzulesen. Auch auf Englisch nicht zu schwer – wirklich empfehlenswert.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Ich habe es schon länger besessen und schätze es nun sehr.

15. Stärken des Buches?

Die Beschreibung der Welt, in der die Geschichte spielt.

16. Schwächen des Buches?

Im Moment kann ich keine gravierenden Schwächen finden.

17. Besonderheit des Buches?

Die autobiographischen Anklänge, die man entdeckt, sobald man Evelyn Waughs Biographie mit derjenigen von Charles Ryder vergleicht.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

An jeden, der sich für moderne Geschichte oder Aristokratie interessieren könnte.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Nein, dafür hat es nicht ganz gereicht.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Zeiten mögen sich ändern, aber manches Althergebrachte bleibt doch bestehen (etwa das Leben in Oxford).

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