Julian Barnes als Büchersammler

(lme) Unser hoch verehrter Julian Barnes beschrieb sein Leben als bibliophiler Büchersammler in einem autobiographischen Zeitungsartikel, der am 30.06.2012 im „Guardian“ veröffentlicht wurde.

Dieser Artikel zeigt auf einer völlig anderen Ebene noch einmal, warum dieser zeitgenössische britische Autor den Booker Prize 2011 verdient hat. Barnes beschreibt hier, wie sein Leben mit, durch und von Büchern aussieht; er erklärt, wie es zu seiner Bibliophilie kam (sein Glück sei gewesen, dass in den ersten zehn Jahren seines Lebens Bücher nicht mit dem Fernsehen hätten konkurrieren müssen), und wie sich die Lesegewohnheiten und auch die Möglichkeiten an seltene Bücher heranzukommen, verändert haben, seit es das Internet gibt.

Ihm bleibt die Gewissheit, dass das E-Book das haptische Erlebnis eines Buches niemals ersetzen können wird („Jeder Kindle download fühlt sich genau gleich an“). Außerdem stellt er fest, dass es zu allen Zeiten nicht Leser, schlechte Leser sowie faule Leser gab und dass das Lesen dennoch Bestand hatte. („Reading is a majority skill but a minority art“).

Sätze, die uns Barnes noch höher schätzen lassen, sind:

„And it was through books that I first realised there were other worlds beyond my own; first imagined what it would be like to be another person; first encountered that deeply intimate bond made when a writer’s voice gets inside a reader’s head.“

„To own a certain book was to define yourself“

„I still buy books faster than I can read them. But again, this feels completely normal: how weird it would be to have around you only as many books as you have time to read in the rest of your life.“

Wer Julian Barnes nicht kennt, dem sei er ans Herz gelegt. Wer seine Werke kennt, kann sich glücklich schätzen.

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Eine Antwort zu “Julian Barnes als Büchersammler

  1. Tolle Zitate! Da möchte man glatt Viel-leser werden, wenn man es nicht schon ist.
    Du empfiehlst Barnes uneingeschränkt. Doch “The Lemon Table“ hat mich persönlich wenig angesprochen. Wie ist Liebe usw.? Es liegt zu Hause. Die Reisetasche hatte nur Platz für andere Werke, u.a. “Imperium“, wozu ich mich bald zu äußern gedenke.

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