Meir Shalev: Im Haus der großen Frau

(lme) Eigentlich gehört dieses Buch zu den Lieblingsbüchern. Es hat alles, was ein großer Roman braucht – eine eindringliche Geschichte, mitreißende Sprache, Charaktere so plastisch wie echte Menschen. Leider enttäuscht das Ende, das Shalev wählt, ein wenig, so dass es kein vollkommenes Buch geworden ist.

„Im Haus der großen Frau“ erzählt aus der Perspektive des 52-jährigen Raful Mayer, von seinem Aufwachsen und Leben bis zum Zeitpunkt des Schreibens. Raful erinnert sich an seine fünf Mütter: Großmutter, Mutter, zwei Tanten und eine Schwester, die alle verwitwet oder unverheiratet sind und daran, was sie ihm Unterschiedliches mit auf den Lebensweg gaben. Er sucht sich inmitten dieses Kreises aus Weiblichkeit ein weiteres, männliches Vorbild, von dem er Rasieren, Steine lesen und die Freude am Essen lernt.

Shalev schafft eine Welt, in der man gerne groß geworden wäre. Sein Erzählstil ist wunderbar, die Menschen, die beschrieben werden, so lebensecht, dass sie für die Verweildauer des Lesens zur eigenen Familie werden.

Ebenso wie „Judiths Liebe“ ist hier ein Meisterwerk entstanden, das man nur empfehlen kann.

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