Benedict Wells: Fast genial Kapitel 1 und 2

(lme) Das Buch eröffnet sich dem Leser auf einfache Art und Weise. In den ersten zwei Kapiteln führt der Autor seine Hauptfigur „Francis“ ein und erläutert dessen Lebensumstände etwas näher. Die Kapitel spielen in den USA, der achtzehn-jährige Francis hat gerade seine Mutter zum wiederholten Male in die Psychiatrie einliefern lassen, gleich darauf trifft er sich mit seinem besten Freund Grover. In der Klinik, soviel kann der Leser bereits erkennen, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung (Francis schaut durch ihre Tür, während sie sich anzieht) mit Anne-May Gardener, einer anderen Patientin.

Bis jetzt hat das Buch und weder abgeschreckt, noch hat es uns besonders in seinen Bann gezogen. Ein paar Dinge bzw. Situationen sind zu konstruiert (etwa die Art der Begegnung mit Anne-May oder das Gespräch mit Grover („Möchtest du über deine Mom reden, Francis“) und manches ist auch unverständlich (wieso etwa wird die Hauptfigur unter dem Namen „Francis“ eingeführt, wenn sie doch eigentlich von allen „Frank“ oder „Frankrie“ genannt wird?).

Was denkt ihr über die ersten zwei Kapitel von Fast genial?

Bis nächsten Montag nehmen wir uns Kapitel 3, 4 und 5 vor. In unserer Ausgabe ist das bis Seite 45.

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2 Antworten zu “Benedict Wells: Fast genial Kapitel 1 und 2

  1. Mich interessiert vor allem der Hintergrund des Autors und wie er sich in seiner Literatur widerspiegelt. Es schreibt ein junger Mann, der sich mit Gelegenheitsjobs nach seinem Abitur über Wasser hielt um zu schreiben. Sollen die einfache Sprache und die simplen Handlungsstränge die Sicht des Protagonisten darstellen oder ist es die Sprache des Autors, frage ich mich.
    Kann Wells aus der Mitte unserer Überflussgesellschaft bereits in jungen Jahren wirklich bahnbrechende Literatur schaffen oder braucht es dazu einfach mehr Lebenserfahrung? Braucht es außerdem ein Studium? Diese Fragen werden mich in der weiteren Lektüre begleiten.

    Desweiteren basiert das Buch „auf einer wahren Begebenheit“. Abgesehen also von den erzählerischen Qualitäten handelt es sich um eine spannende Angelegenheit, der sich Francis wohl widmen wird.

    Ich bin überrascht über den Auftritt von Francis‘ spontan Angehimmelter, Anne-May. Ich vermute, Sie wird seine spätere Suche begleiten und in irgendeiner Art und Weise als Verstärker (oder Dämpfer?) seiner Emotionen wirken. An der Stelle frage ich wieder Benedict Wells, ob er solche Begegnungen erfahren hat? Man erblickt jemanden durch eine Zimmertür und ist sofort umgehauen. Das erscheint mir auch konstruiert, LME. In der Frittenbude wäre der Kontakt mit Anne-May (für mich hat der Name etwas sehr mütterliches), laut Francis, folgenlos geblieben. Wir lernen also, dass Francis entweder den Reiz des Beschädigten sucht, oder er einfach nicht einer für das Ergreifen der Initiative ist.

    Nach zwei Kapiteln haben wir eine gute Übersicht über Francis‘ Familienverhältnisse, einige seiner Eigenschaften und Prägungen und harren der spannenden Ereignisse, die ihre Schatten vorauswerfen.

  2. (lme) Das ist eine gute Frage: Kann man schon in diesem Alter bahnbrechende Literatur schreiben, oder wird hier nur ein feuilletonistischer Hype erzeugt, weil man nicht ständig Enzensberger, Grass und Walser loben will und kann.
    Zu Anne-May: Das würde mich schon stören, wenn sie als Begleiter oder Verstärker eingesetzt würde, eben weil das so vorhersehbar ist. Und so stark vorhersehbare Literatur ist doch langweilig.
    Aber gespannt bin ich, wie es weitergehen wird. Vielleicht wird es ja noch besser, so viele Feuilletonisten dürfen sich nicht täuschen!

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