Frau Freitag: Chill Mal, Frau Freitag

(lme) „Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin“ – darauf hatten wir uns gefreut, darauf waren wir gespannt. Am Ende erweist sich dieser, im Ullstein Verlag erschienene Roman (Horrorroman?) jedoch als furchtbare Abrechnung einer Dame mit dem deutschen Bildungssystem, bzw. hauptsächlich mit den Schülern ihrer Hamburger Gesamtschule. Frau Freitag stellt sich selbst als rauchende, unmotivierte und desinteressierte Kunst- und Englischlehrerin vor, die es große Überwindung kostet, zu ihren Schülern freundlich zu sein. Der Untertitel würde dementsprechend besser lauten „Aus dem Alltag einer erschreckenden Lehrerin.“  Die Frage, die sich uns hier inhaltlich stellt, ist also, ob das deutsche Bildungssystem nicht an eben diesen Lehrern krankt, die ihre Schüler als minderbemittelt und zukünftige Hartz-IV-Empfänger sehen.

Auch auf literarischer Ebene müssen wir uns kurz noch äußern, ist doch dieses Buch von einer Deutschlehrerin verfasst. Sich die Sprache der Jugend anzugewöhnen, mag ja als besonderer Coup angesehen werden können, passt aber leider überhaupt nicht, wenn man sich auf der anderen Seite über die Ausdrucksweise seiner Schüler beschwert. Das Buch wiederholt unentwegt die gleichen Themen und Probleme, geht auf Fragestellungen nur bedingt ein und findet alle paar Kapitel ein paar Worte zu Frau Freitags Sichtweise, wie das Bildungssystem doch noch gerettet werden könnte.

Erhofft sich diese Dame von ihrem Buch in die Liga der Entscheidungsträger aufgenommen zu werden?

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