Howard Jacobson: The Finkler Question (as)

September 2011, Nummer 27

Erscheinungsdatum: 2010

Genre: Roman

Sprache: Englisch

Format: Paperback

1. Warum dieses Buch?

Laura hatte dieses Buch vorgeschlagen. Ich war gespannt wie der letzte Booker Preis Gewinner eine nach dem Klappentext unspektakulär klingende Geschichte behandelt.

2. Welche Erwartungen hattest Du an das Buch?

Gut geschrieben und humorvoll zu sein. Keine triviale Geschichte zu erzählen, sondern in die Tiefe der Charaktere zu gehen.

3. Deine persönliche Kurzzusammenfassung…

Julian Treslove, ein depressiver ehemaliger Radioproduzent, hat ein Leben voller Frustrationen und kann seinen Platz in der Welt nicht finden. Er lebt ankerlos wie seine zwei verwitweten Freunde Sam Finkler und Libor Sevcik, ohne deren Verlust erlebt zu haben. Als er eines Tages von einer Frau überfallen wird und meint von ihr als Jude beschimpft zu werden, lüftet sich ihm ein Schleier: Ist er nicht eigentlich ein Jude?

4. Was hälst Du vom Plot?

Ein Plot, der sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern vermeintlich kleine Ereignisse zu einem Dreh- und Angelpunkt im Leben werden lässt und trotzdem spannend bleibt.

5. Wie bewertest Du den Beginn des Buches, den Einstieg in die Geschichte?

Spannungswirksam aufgebaut. Man fragt sich, wohin diese Geschichte führt, aber bald wird die Finklerfrage gestellt und plötzlich weiß man worum es eigentlich geht.

6. Hat Dir das Ende gefallen?

Ja, ein logisches und glaubwürdiges Ende.

7. Zentrale Themen?

Judentum, Trauer, Liebe und Identität

8. Wie sind die Charaktere beschrieben?

Das Dreieck der männlichen Hauptcharaktere wird abwechselnd alleine und im Aufeinandertreffen verfolgt. Die Charaktere sind glaubwürdig in ihren Stärken und Schwächen, auch wenn sie nicht unbedingt zur Identifikation einladen oder sympatisch sind (wobei Libor der anhänglichste bleibt).

9. Wie ist dem Autor die Gestaltung der Welt, in der die Geschichte spielt, gelungen?

Sehr glaubwürdig spiegelt sie die Komplexität der zentralen Themen wie des Judentums wider. Es wäre allerding interessant, die Meinung eines Juden dazu zu hören.

10. Wie hat Dir die Sprache des Autors gefallen? Sein Stil?

Guter, gewählter und abwechslungsreicher Stil. Tragikomisch. Die Sprache schafft es eine beobachtende Distanz mit einer großen Einsicht in die Charaktere zu verbinden.

11. Dein Lieblingszitat/ die Quintessenz des Buches?

Lieblingszitate: „Without doubt Nietzsche, too, ordered more hot water than he needed“ (p. 76), „You don’t judge fidelity by every act; it’s the desire to say you’re faithful and the desire to be believed.“ (p. 296)

12. Intertextualitäten des Buches? Man kann es vergleichen mit…

„Matters of honour“ von Louis Begley (auf deutsch: „Ehrensachen“)

13. Wie ließ sich dan Buch lesen?/ Wie lange hast Du gebraucht?

Sehr guter Lesfluss. Gute zwei Wochen in der täglichen Tramfahrt.

14. Wie viel hat Dich das Buch gekostet, was ist es Dir wert?

Es hat rund 6 Euro gekostet, 20 Euro hätte ich auch nicht bereut.

15. Stärken des Buches?

Ein so komplexes Thema in eine Alltagsgeschichte einzubetten mit dem Humor und der Tragik des täglichen Lebens.

16. Schwächen des Buches?

Habe keine zu nennen.

17. Besonderheit des Buches?

Für uns Deutsche besonders im unverkrampften und ausgewogenen Umgang mit dem Thema Judentum heute.

18. An wen wirst Du das Buch weiterempfehlen?

An euch.

19. Ein neues Lieblingsbuch?

Ja, ich denke schon.

20. Aufnahme in die Liste der Besten?

Nein.

21. Hast Du etwas Neues gelernt, hat Dich das Buch verändert?

Ja, habe viel über Gebräuche, Besonderheiten und politische Fragen der Juden heute erfahren und Interessantes über die Beziehung zwischen Männern und Frauen entdeckt.

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2 Antworten zu “Howard Jacobson: The Finkler Question (as)

  1. Ich finde sehr interessant, dass du das Buch auf Treslove als Hauptfigur zurückführst, wohingegen für mich Finkler die Hauptfigur darstellt. Auch die Trauer stand für mich komischerweise nicht im Vordergrund als Thema.

    Warum ist Treslove für dich so wichtig?

  2. Für mich ist Treslove so wichtig, weil er derjenige ist der die Finklerfrage stellt und durch ihn sich die ganze Geschichte reflektiert. Trauer fand ich deshalb zentral, weil ich das Gefühl habe, dass alle drei Hauptfiguren durch Schmerz und einen gefühlten Verlust geprägt sind. Meinst Du nicht?

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