Elfriede Jelinek: Die Klavierspielerin

(lme) Wenn die Nobelstiftung Elfriede Jelinek den Preis zuteilt, weil diese „die Absurdität der gesellschaftlichen Clichés“ in ihren Romanen darstellt, so hat sie ins Schwarze getroffen. Der Roman Die Klavierspielerin erschüttert in den Grundfesten.

Hin- und hergerissen bleibt man zurück, zwischen einer Bewunderung für Jelineks Sprache, die fast kafkaesk sich mit den Abgründen der menschlichen Existenz befasst und mit einer Abneigung, wenn nicht gar mit Ekel, gegenüber den Handlungen in diesem Roman.

Liest man Jelineks Roman mit dem Wissen um die aktuelle Debatte über Charlotte Roches Buch Schoßgebete im Hinterkopf, fragt man sich, wieso Jelinek mit ihren Thesen des Sadomasochismus und der Erniedrigung der Frau vor einem (jüngeren) Mann nicht als Antifeministin und Rückschritt der modernen Frau angesehen wurde. Dies kann wohl nur daran liegen, dass Jelinek keine öffentliche Person sein möchte.

Die Erzählerin sagt an einer Stelle im Roman: Es gibt in der Interpretation eines Musikstücks einen gewissen Punkt, wo die Genauigkeit endet und die Ungenauigkeit des eigentlichen Schöpfertums beginnt.  Durch die Protagonistin Erika erfährt der Leser, dass es auch einen Punkt gibt wo das Menschliche endet und das (Selbst-)Zerstörerische beginnt.

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